Sebastian X NTE
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Erfahrungsbeschreibung:

Das erste, an das ich mich erinnere, ist, dass ich durch einen dunklen Tunnel reiste, der unendlich schien. Die Dunkelheit war so schwer wie Teer, wie eine Leere, eine völlige Abwesenheit von Kreativität; das große Nichts in der Unendlichen Geschichte, eine Sphäre der Gleichgültigkeit.  Endlich hörte der dunkle Tunnel auf und ich schwebte über meinem Körper. Wenn ich zurückblicke, scheint mir der Tunnel symbolisch zu sein für den Abstand zwischen dem Gewahrsein meines jetzigen Lebens und dem des jenseitigen Lebens. Ich konnte alle Dimensionen meines Körpers wahrnehmen.

Ich sah wie jemand aus, der um sein Leben kämpfte. Ich hatte Mitgefühl mit meinem Körper - blass, voller Schläuche und medizinischem Equipment. Ich fühlte mich so frei vom Konzept menschlicher Schwere. Ich sah - aus allen erdenklichen Perspektiven - , dass sich meine Familienmitglieder um mich versammelt hatten und weinten. Ich war mir ihres Schmerzes hyper-bewusst. Dabei konnte ich mit ihrem  Schmerz mehr anfangen als mit jedem Fitzelchen Hoffnung. Sie waren wie eine Gruppe, die versuchte zu begreifen, was aus mir geworden war und was als nächstes zu tun sei. Besonders bewusst war mir der Schmerz meiner Mutter. 

Ich glaube, irgendwann war meine Großmutter mütterlicherseits da, die schon vor Jahren gestorben war, zusammen mit einem Strahlenden Licht, das ich als Jesus erkannte. Sie sagte: "Deine Zeit ist noch nicht gekommen. Du musst noch weitere Leben berühren. Geh zurück nach Hause!" Mit diese Worten wurde ich mit einer unbeschreiblichen Kraft zurück in meinen Körper katapultiert.

Zu diesem Zeitpunkt begann ich ein wenig aufzuwachen und zeigte Anzeichen, dass ich weiterleben würde.

Hintergrundinformationen:

Geschlecht:    Männlich

Datum, an dem die NTE stattfand:  2002

Gab es zum Zeitpunkt Ihrer Erfahrung ein damit zusammenhängendes lebensbedrohliches Ereignis?    Ja, ein Selbstmordversuch mit Medikamenten-/Drogenüberdosis.      

Es war ein sorgfältig geplanter Selbstmordversuch. Ich hatte mir auf der Arbeit freigenommen, aber niemandem davon erzählt. Ich nahm eine starke Überdosis an gehorteten Psychopharmaka. Es war mir ernst und ich wollte ganz sichergehen, dass ich sterben würde. Ich weiß nicht, wieviel Zeit danach vergangen ist, bis mein Bruder in meiner Tür auftauchte und meinte, meine Mutter wollte, dass ich rüberkam und ein wenig Zeit mit der Familie verbrachte. Ich war so dermaßen unter Drogeneinfluss, dass ich einfach mitkam. Ich ging mit zum Haus meiner Mutter und setzte mich ganz offensichtlich auf die Couch. Sie wunderten sich darüber, warum ich so lange geschlafen hatte und es so schwer gewesen war, mich aufzuwecken. Schließlich kamen sie dahinter, was ich getan hatte und riefen den Notarzt an. Ich persönlich kann mich aber an nichts mehr erinnern, was geschah, nachdem ich mich an diesem Morgen zu meinem Bruder ins Auto gesetzt hatte. Ich wurde schnell ins Krankenhaus gebracht und an lebenserhaltende Maßnahmen angeschlossen. Die Prognose der Ärzte war, dass meine Mutter sich wohl bald entscheiden müsse, meine lebenserhaltenden Maßnahmen abschalten zu lassen oder - wenn ich es "schaffen" würde, einen Sohn im Wachkoma zu haben.        

NTE Elemente:

Fühlten Sie sich von Ihrem Körper getrennt?   Ich denke nicht, dass ich die Geräusche der medizinischen Geräte vernommen habe oder Schritte oder sonstige weltlichen Geräusche. Was ich vernommen habe, waren die Gedanken und Gefühle anderer Menschen. Ich verließ ganz klar meinen Körper und existierte außerhalb davon.  

Wie war Ihre höchste Ebene von Bewusstheit und Wachheit während Ihrer Erfahrung, im Vergleich mit Ihrer Bewusstheit und Wachheit im Alltag?    Mehr Bewusstheit und Wachheit als normal. Das Erlebnis unterschied sich von meinem normalen Alltagsbewusstsein dahingehend, dass mir die Gefühle der Menschen um mich herum viel mehr bewusst waren. In meinem NTE-Zustand waren Emotionen selbst wie Worte. Was Menschen mir nicht durch Worte erzählten, erfuhr ich durch ihre Gefühle, durch nichts als ihre Tränen. Erklärungen waren nicht nötig, alles wurde gefühlt.

Zu welchem Zeitpunkt während der Erfahrung erlebten Sie die höchste Ebene von Bewusstheit und Wachheit?     Soweit ich mich erinnere, war ich im dunklen Tunnel am wachsten, und als ich über meinem Körper schwebte.

Erhöhte sich die Geschwindigkeit Ihres Denkens?     Schneller als gewöhnlich.

Schien die Zeit sich zu beschleunigen oder zu verlangsamen?   Alles schien gleichzeitig zu passieren; oder die Zeit blieb stehen oder verlor jede Bedeutung.

Zeit wurde zum bizarren Konzept. Der dunkle Tunnel schien unendlich zu sein. Das Schweben über meinem Körper wirkte dagegen sehr kurz. Die Präsenz des Lichts war autark, gewaltig, als ob es die Zeit selbst kontrollierte.

Waren Ihre Sinne lebhafter als gewöhnlich?    Unglaublich lebhafter

Hat sich Ihr Sehen auf irgendeine Weise vom normalen Sehen unterschieden?    Mein Sehvermögen war multi-dimensional. Ich hatte sowohl die Fähigkeit, mit den Augen eines Menschen zu sehen als auch alle anderen Dimensionen wahrzunehmen.

Hat sich Ihr Gehör auf irgendeine Weise von Ihrem normalen Gehör unterschieden?   Ich vernahm Worte in derselben Weise, wie wir Worte hören. Außerdem fühlte ich Worte. Ich empfand auch stille Konversationen oder Worte, die Menschen zu sich selbst sprachen, besonders die Selbstgespräche meiner Mutter.

Schienen Sie Dinge zu bemerken, die sich an einem anderen Ort zutrugen?    Nein    

Gingen Sie in einen Tunnel hinein oder durch einen Tunnel hindurch?   Ja, wie oben beschrieben.

Begegneten Sie irgendwelchen (lebenden) oder verstorbenen Wesen, oder nahmen Sie sie wahr?     Ja. Ich glaube, an einem Punkt war meine Großmutter mütterlicherseits irgendwie anwesend.

Sahen Sie ein strahlendes Licht, oder fühlten Sie sich davon umgeben?   Ein ungewöhnlich helles Licht.

Sahen Sie ein nicht irdisches Licht?     Ja, wie oben beschrieben.

Schienen Sie in eine andere, nicht irdische Welt einzutreten?    Ein klar mystischer oder nicht irdischer Bereich.

Welche Emotionen verspürten Sie während der Erfahrung?     Wie ich weiter oben sagte, ich war meist im Einklang mit dem Schmerz anderer Leute. Es war nicht gerade eine fröhliche Veranstaltung. Ich erlebte die Gefühle der anderen, ihr Bemühen um Aussöhnung, einen Sinn zu finden, ihr inneres Chaos. Als ich meinen Körper sah, wusste ich, dass er krank aussah und vom Tod gezeichnet. Mir war bewusst, dass mein Körper sterben wollte. Mein Körper tat mir leid. Die Menschen um mich herum waren Teil einer Körper-und-Seele-Sphäre, aber ich war in einem anderen Bereich.

Hatten Sie ein Gefühl von Frieden oder Wohlgefühl?     Erleichterung oder Ruhe

Hatten Sie ein Gefühl von Freude?     Nein

Hatten Sie ein Empfinden von Einheit oder Harmonie mit dem Universum?     Ich fühlte mich mit der Welt verbunden oder Eins mit ihr.

Schienen Sie plötzlich alles zu verstehen?     Nein    

Erlebten Sie Szenen aus Ihrer Vergangenheit?     Nein. Ich war auf die Ereignisse fokussiert, die gerade stattfanden.

Erlebten Sie Szenen aus der Zukunft?     Nein    

Erreichten Sie eine Begrenzung oder eine begrenzende physische Struktur?     Nein

Kamen Sie an eine Grenze oder an einen Punkt ohne Wiederkehr?   Nein. Wie ich oben schon beschrieben habe.

 

Gott, Spiritualität und Religion:

Welche Religion hatten Sie vor Ihrer Erfahrung?     Unsicher. Ich habe mich oben für den mormonischen Glauben entschieden, weil ich in einer Mormonischen Kirche großgeworden bin. Mir war mein Glaube sehr ernst. Ich bewundere und liebe immer noch viele ihrer kirchlichen Prinzipien. Ich habe die Mormonische Kirche verlassen, nachdem ich meine Mission erhalten habe. Ich empfand, dass meine Homosexualität weder falsch war noch eine bewusste Wahl. Obwohl ich selbst ein Mann bin, wünschte ich mir einen Glaubensweg, der mehr Freiheiten für die Rolle der Frau bietet. Bevor ich Drogen und Alkohol für mich entdeckte, befand ich mich auf einem sehr befreienden spirituellen Pfad. Ich habe "Ein Kurs in Wundern"/New Age studiert, den Nichiren Daishonin-Buddhismus, Self-Realisation Fellowship, verschiedene 12-Schritte-Programme, und ich hatte eine lebenslange Faszination für den Katholizismus. Zum Zeitpunkt meiner NTE fühlte ich mich keiner Glaubensrichtung wirklich zugehörig. Das Erlebnis hat mich aber wieder zu der Überzeugung zurückgeführt, dass Jesus der Erlöser ist.        

Haben sich Ihre religiösen Praktiken seit Ihrer Erfahrung verändert?     Ja, wie oben ausgeführt.

Welche Religion haben Sie jetzt?     Christlich-Katholisch.

Nach meiner NTE-Erfahrung war mein Leben in Bezug auf meinen Drogenkonsum immer noch eine Katastrophe. Es dauerte noch über ein Jahr, bis ich mich wieder erholt hatte und mehrere Versuche, um clean zu werden. Ich berichtete anderen von meiner Nahtoderfahrung, aber auf die wirkte ich wohl wie ein Schwachsinniger. Da war dieser Konflikt in mir, der darauf beruhte, dass ich einerseits ein solches Erlebnis gehabt hatte und andererseits glaubte, Gott habe es auf mich abgesehen. Schließlich gab ich meiner lebenslangen Faszination für den Katholizismus nach und wurde Römisch-Katholisch. Später lehrte ich in der Kirche Katechismus für Erwachsene, die zum katholischen Glauben übergetreten waren. Neben meinem katholischen Glauben praktiziere ich Recovery und "Ein Kurs in Wundern". Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch auf seinen individuellen Pfad gerufen wird, und ich glaube ebenfalls an einen ökumenischen und religionsübergreifenden Dialog. Ich bin mit vielen religiösen Lehren nicht einverstanden. Ich praktiziere eine Art Meditation, die ich vom Self-Realization Felloship gelernt habe. Ich glaube, dass Religionen sich noch in den Kinderschuhen befinden und daher noch Fehler machen. Ich glaube an die wortwörtliche Messias-Natur Jesus Christus. Wenn ich auf meine NTE zurückblicke, dann glaube ich, dass wir innig geschätze Kinder eines Liebevollen Gottes sind. Wir müssen alles tun, um die Würde eines jeden Wesen zu Ehren. Die Erde ist nur ein kleiner Teil davon.  

Enthielt Ihre Erfahrung Merkmale, die mit Ihren irdischen Überzeugungen übereinstimmten?     Inhalte, die beides waren, übereinstimmend und nicht übereinstimmend, mit den Überzeugungen, die ich zum Zeitpunkt meiner Erfahrung hatte.

Zum Zeitpunkt meiner NTE war ich ein ängstlicher, verwirrter und verwundeter Mann. Ich war dem Leben gegenüber gleichgültig geworden. Einige Dinge haben sich nach diesem Ereignis verändert. Es war aber nicht so, dass es "Puff" gemacht hat und plötzlich war ich spirituell und liebte alles und jeden. Ich kämpfte immer noch mit meiner Sucht, mit meinen psychischen Problemen, mit Gier, Neid und Selbsthass. Ich weiß, dass ich heute mein Bestes tue, um Teil des Lichts zu sein. Wenn ich über das Licht spreche, bete und meditiere, bin ich mehr und mehr im Frieden. Wenn ich mich nicht länger auf Gewalt konzentriere, bin ich mehr und mehr im Licht. Wenn ich mich zum Sklaven von Wut und Hass machen lasse, ende ich im Chaos. Wenn ich zurückblicke auf mein Erlebnis, dann wird mir die Lektion klar, die mich wahre Aufgabe gelehrt hat: Der Weg, den das Ich kennt, ist Schmerz. Der Weg, den das Licht kennt, ist Leben.      

Gab es Veränderungen in Ihren Überzeugungen und Werten wegen Ihrer Erfahrung?    Unsicher. Nicht direkt, aber im Endeffekt schon. Ich lebe.    

Schienen Sie einem mystischen Wesen oder einer Präsenz zu begegnen, oder hörten Sie eine nicht identifizierbare Stimme?     Ich begegnete eindeutig einem Wesen oder einer Stimme, das/die klar aus einer mystischen oder nicht irdischen Quelle stammte.

Sahen Sie verstorbene oder religiöse Geister?     Ich empfand ihre Präsenz.

Begegneten oder bemerkten Sie irgendwelche Wesen, die vormals auf der Erde lebten und die namentlich in Religionen beschrieben werden (z.B.: Jesus, Mohammed, Buddha usw.)?     Ja, Jesus, wie ich schon mehrmals erwähnt habe.

Erhielten Sie während Ihrer Erfahrung Informationen über eine Existenz vor der sterblichen Existenz?     Unsicher.

Ich denke, mein Erlebnis ist Beweis dafür, dass die Seele unsterblicher Natur ist. Das Licht hatte offenslichtlich Kontrolle über das Leben. Es schien, als hätte ER mich schon immer gekannt.

Erhielten Sie während Ihrer Erfahrung Informationen über eine universale Verbundenheit oder Einheit?     Ja.

Es war ein Bewusstsein. Die Leute waren in der Lage, über ihre Gefühle zu kommunizieren. Ich war mir gewahr, dass das Licht die Kontrolle über das Leben hatte. Ich habe diese Frage schon weiter oben beantwortet.

Erhielten Sie während Ihrer Erfahrung Informationen über die Existenz Gottes?     Unsicher.

Mir wurde nicht direkt gesagt, ob Gott existiert oder nicht. Mein Erlebnis war mir Beweis genug. Ich erkannte das Licht und glaube, dass es Jesus war. Es war ganz offensichtlich, dass ER das Leben kontrollierte.

 

Betreffend unser irdisches Leben außerhalb der Religion:

Erhielten Sie während Ihrer Erfahrung besonderes Wissen oder Informationen über Ihre Bestimmung/Ihr Ziel?     Unsicher.

Ich weiß, dass das, was in meinem Erlebnis passiert ist, ein Hinweis auf einen größeren Sinnzusammenhang ist. Durch die Worte des Lichts wurde mir bewusst, dass ich eine Bestimmung habe. Was ich mir mit der Veröffentlichung meiner Geschichte in diesem Forum erhoffe, ist etwas ganz anderes als meine Absicht damals, als ich meine Erfahrung einfach so ausplauderte. Ich glaube, dass mein Erlebnis beweist, dass das Wesen des Lebens spirituell ist. Was mir passiert ist, macht mich nicht zu etwas Besonderem oder Größerem. Das Licht existiert in uns allen. Das Licht verleiht jedem von uns einen Sinn.   

Erhielten Sie während Ihrer Erfahrung Informationen über den Sinn des Lebens?     Unsicher.

Vom Licht wurde mir gesagt: "Du musst andere Leben berühren."

Glauben Sie nach Ihrer Erfahrung an ein jenseitiges Leben?     Unsicher.

Mir wurde nichts über ein jenseitiges Leben gesagt. Ich wusste einfach, dass es ein Leben nach dem Tod gibt, aufgrund der Erfahrung, die ich gemacht habe. Ich wusste, dass das Leben einen tieferen Sinn hat, als das Licht meinte: "Deine Zeit ist noch nicht gekommen. Du musst noch weitere Leben berühren. Geh zurück nach Hause!" Mir wurden aber keine weiteren Details mitgeteilt, wem ich jetzt genau dienen soll und warum.

Erhielten Sie Informationen, wie wir unsere Leben leben sollen?     Nein. Ich glaube, ich habe schon alles dazu gesagt.

Erhielten Sie während Ihrer Erfahrung Informationen betreffend der Schwierigkeiten, Herausforderungen und Nöte des Lebens?     Unsicher.

Ich wusste, dass es Schwierigkeiten geben würde, als ich die Gefühle der Menschen vernahm. Manche versuchten, sich mit dem, was passiert war, auszusöhnen. Besonders deutlich verstand ich die Gefühle meiner Mutter.

Erhielten Sie während Ihrer Erfahrung Informationen über Liebe?     Unsicher.

Ich war mir bewusst, dass Liebe anwesend war: Die Menschen in ihrem Schmerz, die über meinen Verlust nachdachten und darüber, was dieser für sie bedeuten würde. Ich wusste, dass das Licht Liebe gewesen sein muss, denn Er gab und gibt Leben.

Welche Veränderungen traten in Ihrem Leben auf nach Ihrer NTE?     Unsicher.

Die Fragen, die hier gestellt werden, verlangen nach Details, ohne jedoch die wechselnden Umstände zu berücksichtigen. Zum Zeitpunkt meiner NTE was ich apathisch und hatte Schmerzen - aufgrund meines Drogenmissbrauchs. Von dem glücklichen, kreativen, spirituellen Mann, der ich einmal gewesen war, war nur noch eine Hülle übriggeblieben. Ich war zu dem Schluss gekommen, dass Gott mich hasste oder dass ich fortwährend von ihm bestraft wurde. Nach dem Erlebnis hatte ich aber immer noch eine Menge Arbeit vor mir. Als Kind wurde ich von anderen als der "kleine Prophet" angesehen. Das war der Name, den mir die Mormonen gegeben hatten. Als ich mich wieder mit meiner Spiritualität - wie vor der Drogenphase - auseinandersetzte, war ich auf einmal wieder in Berührung mit dieser Schönheit. Es hat jedoch Jahre gedauert, wieder in denselben Zustand zu gelangen. Und ich habe vor, alles in meiner Macht stehende zu tun, um diesen Schatz für mich zu bewahren.

In Frage 50 habe ich "Unbekannt" geschrieben, weil es keine unmittelbaren, daramatischen Effekte gab. Aber es hat doch auf mein Leben Einfluss genommen und auch auf das derjenigen Menschen, denen ich heute helfe. Wenn man es von diesem Standpunkt aus betrachtet, dass die Ärzte meinten, ich würde sterben oder in einem vegetativen Stadium bleiben, dann hat es einen immensen Einfluss auf mein Leben gehabt. 

Haben sich Ihre Beziehungen spezifisch verändert wegen Ihrer Erfahrung?     Ja. Mein Leben hat sich der Größe dieses Ereignisses angepasst, und das hat auch meine Beziehungen zu anderen Menschen verändert. Meine Erlebnis hilft mir in der Beziehung zu Freunden, die auf der Suche nach Glauben und Antworten sind.

 

Nach der NTE: 

War die Erfahrung schwierig mit Worten auszudrücken?     Ja.

Ich weiß nicht, wie ich die Leere in dem dunklen Tunnel beschreiben soll. Ich weiß nicht, wie ich wiedergeben soll, wie es ist, keine Schwerkraft zu fühlen oder keinen Körper zu haben. Ich weiß nicht, wie ich die Kraft beschreiben soll, mit der ich vom Schwebezustand in meinen Körper zurückbefördert worden bin. Obwohl das Strahlende Licht nur für eine Millisekunde erschien ist, konnte ich erkennen, dass es Jesus war. Es ist schwierig zu beschreiben, wie sich der Schmerz im Licht einfach auflöste. Es war fast so, als ob sich Jesus in einer Sphäre genau über meinem schwebenden Körper befand. Meine Seele war in dem einen Reich und Er war in dem anderen. Der Bereich des dunklen Tunnels war notwendig, um meine Seele zu befreien, aber es war nicht die gleiche Sphäre, in der sich meine schwebender Seele befand.   

Wie genau erinnern Sie sich an die Erfahrung im Vergleich zu anderen Lebensereignissen, die um dieselbe Zeit stattfanden?     Ich erinnere mich genauer an die Erfahrung als an andere Lebensereignisse, die um dieselbe Zeit stattfanden.

Haben Sie irgendwelche übersinnliche, außergewöhnliche oder andere besondere Gaben nach ihrer Erfahrung, die Sie vor Ihrer Erfahrung nicht hatten?     Ja    

Gibt es einen Teil oder mehrere Teile Ihrer Erfahrung, die für Sie besonders bedeutsam oder signifikant sind?      Derzeit ist die größte Erkenntnis für mich die, dass das Licht die Kontrolle über das Leben hatte. 

Haben Sie diese Erfahrung jemals anderen mitgeteilt?     Ja.

Wie ich schon weiter oben beschrieben habe, nutzte ich die Erfahrung zuerst dazu, mich wichtig zu machen und anderen zu beweisen, dass ich ein guter Mensch bin. Wenn ich jetzt darüber spreche, dann, um anderen zu helfen, ihren und meinen Glauben zu festigen.      

Hatten Sie vor Ihrer Erfahrung irgendein Wissen über Nah-Tod-Erfahrungen (NTE)?     Ja, von meiner Religion und aus spirituellen Büchern. Als ich Mormone war, habe ich "Licht am Ende des Lebens" gelesen. Ich glaube an Eadies Geschichte. Das Buch hat mir viel Hoffnung gegeben. Mein eigenes Nahtoderlebnis hat mir den Glauben wiedergegeben, dass Jesus der tatsächliche Messias ist. Ich wende immer noch Übungen an, die Jesus einfach nur als einen Propheten ansehen, und das ist in Ordnung. Im Gegensatz zu Eadies Bericht habe ich weder selbst erlebt noch glaube ich, dass Gott als ausschließlich männlich definiert werden kann.  

Wie beurteilten Sie die Realität Ihrer Erfahrung kurz nachdem sie stattfand (Tage oder Wochen)?     Erfahrung war wahrscheinlich real. Ich befand mich damals wie in einem Nebel aus Medikamenten und Betäubungsmitteln. Es dauerte eine Weile, bis ich das Erlebnis wieder einfangen konnte.

Wie beurteilten Sie die Realität Ihrer Erfahrung jetzt?     Erfahrung war definitiv real, wie ich schon oben erklärt habe.

Hat irgendwann in Ihrem Leben irgendetwas je einen Teil der Erfahrung reproduziert?     Unsicher. In meinem Verarbeitungsprozess der Nahtoderfahrung habe ich erkannt, dass seine Wahrheiten von dem, was ich in der Zwischenzeit gelernt und erfahren habe, gestützt werden.

Gibt es irgendwelche anderen Fragen, die wir stellen könnten, um Ihnen zu helfen, Ihre Erfahrung zu vermitteln?     Unsicher. Es war zu lang! Die Antworten verlangen oft nach spezifischen Details, wo es aber tatsächlich nur viele Grauzonen gibt.