Joel L NTE
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Erfahrungsbeschreibung:

Wir bauten ein Floss an einem Ende des Sees. Die Idee war, dass wir Baeume faellen, sie zu einem kleinen Damm bringen und dann in den See treiben, wo sie zusammengebunden werden. Dann wuerden bestimmte Pfadfinder ausgewaehlt werden, um das Floss ueber den See zu steuern, wo das eigentliche Hauptlager war.

Zu der Zeit fuehlte ich eine Art von koerperlichem und geistigem Unwohlsein - eine Muedigkeit, fast wie ein Nebel im Gehirn, die auch meine Faehigkeit, Dinge zu tun, beinflusste. Ich fuehlte mich so muede und erschoepft, wie ich mich nie zuvor gefuehlt habe.

Ich trug einen Baum zusammen mit anderen Pfadfindern. Ein bestimmter Baumstamm, den ich tragen half, war wahrscheinlich mindestens 4 bis 5 m lang und hatte ungefaehr einen Durchmesser von 25 cm, ein ziemlich schweres Stueck Holz.

Wir gingen hinunter zum Damm und als wir uns in Position gestellt hatten, wurde der Befehl gegeben, ihn bei “3” von unseren Schultern in den See gleiten zu lassen.

Wir begannen zu zaehlen: "1" - "2" - "3"!

Ich wollte den Baumstamm runtergleiten lassen, erkannte aber sofort, dass es ein Problem gab. Der Baumstamm sollte nach rechts fallen, alle anderen Pfadfinder trugen den Baumstamm auf ihrer rechten Schulter, waehrend ich meinen Teil davon auf meiner linken Schulter getragen hatte. Sobald der Baumstamm sich zu bewegen begann, wurde mir klar, dass ich den Baumstamm von meiner linken Schulter und ueber meinen Kopf heben musste, um ihn in den See zu bekommen. aber dieses schwere Stueck Holz war zu viel fuer mich. Ich versuchte es, schaffte es aber nicht, den Baumstamm rechtzeitig ueber meinen Kopf zu bekommen und der Baumstamm krachte auf die linke Seite meines Kopfes.

SOFORT stand ich etwa anderthalb Meter  in einer Entfernung von meiner frueheren Position entfernt (und fuer diesen kurzen Moment, als mein Koerper noch dort war) nicht einmal eine Sekunde zuvor,  stand ich etwa auf gleicher Hoehe links neben meinem Koerper (mit anderen Worten, ich befand mich weder hoeher noch tiefer, wo ich vorher stand - nur jetzt beobachtete ich mich aus einiger Entfernung, wie ich schon sagte, etwa anderthalb Meter entfernt, um zu beobachten, was passiert ist. Wenn ich in diesem Moment gewusst haette, was vor sich ging, waere mir klar gewesen, dass ich buchstaeblich auf dem Wasser oder etwas ueber dem Wasser stand, weil diese Seite des Damms eine Art von einem waessrigen Sumpfgebiet war, es gab keinen Halt.

Als ich zusah, sah ich, wie ich den Baumstamm losliess. Er prallte auf meinen Kopf und ich fiel sofort vom Damm und ins Wasser.

Genau nachdem ich diese Ereignisse ohne Verzoegerung beobachtet hatte, war das Naechste, was ich wusste, dass ich irgendwie eine Position von ungefaehr 10 m ueber dem was unten stattfand, eingenommen hatte und beobachtete, was unter mir vorging. Ich sah ALLES ausser meinem Koerper, der jetzt unter Wasser lag. Mehrere Leute tauchten in den See, um nach meinem Koerper zu suchen. Ich sah, wie sie ihn schließlich fanden, auf den Damm zogen und begannen, mich wiederzubeleben.

Und SOFORT war ich wieder in meinem Koerper.

Hintergrundinformationen:

Geschlecht: Männlich

Datum an dem die NTE stattfand:  August 1962

Gab es zum Zeitpunkt Ihrer Erfahrung ein damit zusammenhängendes lebensbedrohliches Ereignis?    Ja, Unfall, ich starb.      

NTE Elemente:

Wie betrachten Sie den Inhalt Ihrer Erfahrung?      Gemischt

Gab es irgendwelche Drogen oder Medikamente, welche die Erfahrung beeinflussen hätten können?   Nein   

War die Erfahrung auf irgendeine Weise mit einem Traum vergleichbar?   Nein

Fühlten Sie sich von Ihrem Körper getrennt?   Unsicher, nicht sicher wie  Sie das sehen. Ich erlebte mich weiterhin als eine Einheit, aber ich sah mich nie getrennt. Wenn Sie mich gefragt haetten, haette ich geantwortet, dass es offensichtlich war, dass ich existierte, immer noch und so weit es mich betraf, sehr lebendig war, als ob nichts passiert waere.

Zu welchem Zeitpunkt während der Erfahrung erlebten Sie die höchste Ebene von Bewusstheit und Wachheit?           Voellig wachsam, voellig bewusst.

Schien die Zeit sich zu beschleunigen oder zu verlangsamen?   Nein 

Hat sich Ihr Gehör auf irgendeine Weise von Ihrem normalen Gehör unterschieden?   Abgesehen von den Geraeuschen, die mit dem verbunden waren, was unter mir vorging, nein.

Schienen Sie Dinge zu bemerken, die sich an einem anderen Ort zutrugen?   Ich beobachtete mich selbst und beobachtete die anderen Leute, die versuchten, mich zu finden, ins Wasser tauchten, mich herauszogen und an mir arbeiteten. Ansonsten, nein.

Gingen Sie in einen Tunnel hinein oder durch einen Tunnel hindurch?   Nein, ich hatte NULL Ahnung von dem, was vor sich ging. Soweit es mich betraf, war nichts passiert, obwohl dies offensichtlich nicht wahr war. In jedem Augenblick blieb ich in der gleichen Lage, in der sich der Vorfall ereignete. Ich bin nicht zu einem anderen Ort gereist. Ich blieb genau dort, wo ich war, abgesehen von dem, was ich oben beschrieben habe.

Begegneten Sie irgendwelchen (lebenden) oder verstorbenen Wesen, oder nahmen Sie sie wahr?    Nein  

Sahen Sie ein nicht irdisches Licht?   Nein, nichts anderes als das Licht, das zu dieser Tageszeit von der Sonne zur Verfuegung stand.

Schienen Sie in eine andere, nicht irdische Welt einzutreten?          Ein klar mystischer oder nicht irdischer Bereich

Welche Emotionen verspürten Sie während der Erfahrung?          KEINER. Der Uebergang war SO GLATT und so voellig UNAUFFAELLIG, dass ich keinen Sinn dafuer hatte, wie bemerkenswert es wirklich war. Es kam mir nie in den Sinn, dass irgendetwas Ungewoehnliches an der Erfahrung war. Wenn ueberhaupt, haette ich es gesagt (und ich versuchte, nachdem ich zu meinem Koerper zurueckgekehrt war), zu sagen, dass es wirklich cool war.

Ich war zwoelf Jahre alt.

Schienen Sie plötzlich alles zu verstehen?     Nein    

Erlebten Sie Szenen aus der Zukunft? Nein

Erreichten Sie eine Begrenzung oder eine begrenzende physische Struktur?        Nein

Kamen Sie an eine Grenze oder an einen Punkt ohne Wiederkehr?   Nein 

Gott, Spiritualität und Religion:

Welche Religion haben Sie jetzt?  nominell Dutch Reformed

Gab es Veränderungen in Ihren Überzeugungen und Werten wegen Ihrer Erfahrung?   Ja erst VIEL spaeter, als es Literatur fuer ausserkoerperliche und Nahtoderfahrungen gab. Im Jahr 1962 gab es KEINE Informationen darueber und noch weniger fuer einen 12-Jaehrigen.

Damals gab es einfach keine Grundlage fuer Diskussionen ueber diese Art von Dingen.

Betreffend unser irdisches Leben außerhalb der Religion:

Die Veränderungen in Ihrem Leben seit Ihrer NTE waren wie folgt:  Zunehmend

Welche Veränderungen traten in Ihrem Leben auf nach Ihrer NTE?   Nun, ich erkenne, dass es ein Leben nach dem Tod gibt. Das ist eine ziemlich spezielle Veraenderung.

Haben sich Ihre Beziehungen spezifisch verändert wegen Ihrer Erfahrung?   In mancher Hinsicht hat es mich unweigerlich getrennt, weil ich etwas weiss, was andere nicht wissen. Ansonsten denke ich nicht, dass das irgendetwas anderes in meinem Leben beeinflusst hat.

Nach der NTE:

War die Erfahrung schwierig mit Worten auszudrücken? Nein          

Haben Sie irgendwelche übersinnliche, außergewöhnliche oder andere besondere Gaben nach ihrer Erfahrung, die Sie vor Ihrer Erfahrung nicht hatten?     Ja, anscheinend war ich es von dieser Zeit an mehr auf psychische Art und Weise, obwohl ich nicht daran arbeite, es zu entwickeln, ich hatte nie ein besonderes Verlangen danach. Aber ich weiss, dass da etwas ist.

Gibt es einen Teil oder mehrere Teile Ihrer Erfahrung, die für Sie besonders bedeutsam oder signifikant sind?  Der beste Teil war, dass ich erkannt habe, dass das Leben nach dem Tod weitergeht. Ich halte mich für gesegnet, so jung eine solche Erfahrung gemacht zu haben.

Das Schlimmste war, dass ich eine ungeheuerliche Gehirnerschuetterung hatte.

Meiner Meinung nach wurde ich von den Erwachsenen nach dem Vorfall fahrlaessig behandelt. Ich bezweifle, dass eine solche Behandlung heute als akzeptabel angesehen wird. Ich bin aufgestanden, verlor immer wieder das Bewusstsein und konnte nicht laenger als vielleicht 30 Sekunden auf einmal wach bleiben. Ich versuchte es ihnen immer wieder zu erklaeren, aber ich konnte es ihnen nicht klarmachen. Sie sagten einem kraeftigen Pfadfinder er solle mich zurueck zur Schwesternstation bringen, die, wie gesagt, auf der anderen Seite des Sees war, ich glaube ungefaehr 3 km entfernt. Den ganzen Weg, den wir gingen, hielt mich dieser Junge fest. Ich versuchte immer wieder mit ihm zu reden, weil ich dachte, dass ich dadurch fuer laengere Zeit bei Bewusstsein bleiben koennte, aber es war nicht der Fall. Obwohl ich ihn warnte, dass ich immer wieder das Bewusstsein verlor, war ich mir nicht sicher,  ob er es verstanden hat. Es war seltsam.

Als ich bei der Schwesternstation ankam, versuchte ich, es ihr verstaendlich zu machen, doch ich erhielt keine besondere Behandlung - ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob ich ueberhaupt eine Aspirin bekommen habe.

Nachdem die Krankenschwester mich angeschaut hatte (ich fragte mich, ob sie ueberhaupt eine Krankenschwester war) wurde ich wieder zu meinem Campingplatz zurueckgebracht. Zu diesem Zeitpunkt, denke ich, konnte ich ein wenig besser bei Bewusstsein bleiben und glaube sogar, dass ich es alleine geschafft haette, aber da bin ich mir nicht sicher. Ich kann mich nicht genau erinnern.

Woran ich mich erinnere ist, dass dieser Vorfall mich buchstaeblich fuer die naechsten fuenf Tage von allen Aktivitaeten abgehalten hat. Ich konnte mich wirklich nicht von meinem Schlafplatz erheben und schlief viel. Ich hatte gewaltige Kopfschmerzen, aehnlich einer Migraene, die ich nur einmal erlebt habe.

Die Kopfschmerzen begannen nach 5 Tagen abzunehmen, aber es war unmoeglich, fuer laengere Zeit aufzustehen, um irgendeine andere Taetigkeit als das Notwendigste zu machen. Vermutlich habe ich ein paar Mahlzeiten verpasst. Das war ziemlich beschissen.

Haben Sie diese Erfahrung jemals anderen mitgeteilt?    Ja, denen, die daran interessiert waren. Soweit ich weiss, wurden sie davon in keiner Weise beeinflusst.   

Hat irgendwann in Ihrem Leben irgendetwas je einen Teil der Erfahrung reproduziert? Nein 

Gibt es irgendetwas Anderes betreffend Ihre Erfahrung, das Sie hinzufügen möchten?          Wenn ich darueber nachdenke, finde ich es wirklich interessant, dass die Erfahrung so UNAUFFAELLIG geschah. Mir war nicht bewusst, dass irgendetwas falsch war. Wenn jemand neben mir erschienen waere, als ich in der Luft schwebte, und mir gesagt haette, was gerade passiert, es haette mich nicht beruehrt, glaube ich.

Ich schaute interessiert auf das, was vor sich ging (wieder, cool!), doch die Realitaet dessen, was ich in diesem Moment erlebte - die absolute, einzigartige, bemerkenswerte Natur - war nur mir vorbehalten. Alles schien absolut normal zu sein, ohne Desorientierung, ohne Schmerz, ohne Nichts. Es war NULL Zeit verstrichen, die ich von dem Zeitpunkt, als der Vorfall begann und der Zeit, in der ich meinen Koerper verliess. Die Uebergaenge geschahen mit blitzartiger Geschwindigkeit, praktisch sofort, soweit ich das beurteilen kann.

Viel spaeter verstand ich, dass es einem fuer unbestimmte Zeit nicht bewusst waere, was gerade passiert ist. Dass es einem nicht klar ist, tot zu sein und alles ohne erkennbaren Unterschied weiterfliesst.

Gibt es irgendwelche anderen Fragen die wir stellen könnten, um Ihnen zu helfen, Ihre Erfahrung zu vermitteln? Nichts, was ich gerade erkennen kann.